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Bedeutung der Immobilienbranche

Die Immobilienwirtschaft spielt sowohl für die Bundesrepublik Deutschland als auch für die Europäische Union eine bedeutende Rolle. Sie trägt zu erheblichem Teil zur Stärke und zum Wachstum der Wirtschaft bei und versorgt die Gesellschaft mit Lebens- und Arbeitsräumen.
 

Die Immobilienwirtschaft – wichtiger Wirtschaftszweig und Wachstumsmotor

Mit knapp 837.000 Unternehmen und rund 3,3 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist die Immobilienwirtschaft nicht nur einer der größten Wirtschaftszweige Deutschlands, sondern mit einer Zunahme an Beschäftigung und Wertschöpfung auch eines der dynamischsten Wachstumsfelder. Die Branche vereinigt über 25 % aller Unternehmen und rund 10 % aller Beschäftigten auf sich. Mit über 619 Milliarden Euro trug die Immobilienwirtschaft 20 % zur gesamten Bruttowertschöpfung in Deutschland 2020 bei. Sie ist damit wesentlich größer als der Fahrzeugbau, dessen Wertschöpfung 2018 bei 153 Milliarden Euro lag. Die Immobilienwirtschaft ist zudem stärker und komplexer mit der Volkswirtschaft verwoben.

 

Immobilienwirtschaft bewirtschaftet das Vierfache des Bruttoinlandsproduktes

Das deutsche Nettoanlagevermögen in Wohn- und Nichtwohnbauten betrug 2019 rund 9,4 Billionen Euro. Davon entfielen 60 % auf Wohnbauten und 40 % auf Wirtschaftsimmobilien. Zusammen mit den Grundstückswerten (4,6 Billionen Euro), summiert sich das gesamte deutsche Immobilienvermögen auf knapp 14,0 Billionen Euro. Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands belief sich im Jahr 2019 auf knapp 3,4 Billionen Euro.

Belegt wird die große Bedeutung der Immobilienwirtschaft und ihre Verzahnung mit der Finanzwirtschaft auch dadurch, dass der Bestand an Darlehen für den Bau und Erwerb von Wohnungen im Jahr 2019 rund 1,5 Billionen Euro betrug – was rund 45 % des deutschen BIP entspricht.

Zudem haben auch die inländischen Altersvorsorgeeinrichtungen und Versicherungen über 142 Mrd. Euro in Immobilien angelegt. Damit ist die breite Bevölkerung indirekt über die eigene Sach- und Personenversicherung in Immobilien investiert und profitiert von stabilen Beiträgen bzw. sicheren Einkünften aus der Altersvorsorge.

 

Stabilisierende Funktion in Krisenzeiten

Eine Besonderheit des deutschen Immobilienmarktes im internationalen Vergleich ist seine große Stabilität. Deutschland weist von allen OECD-Staaten die geringsten Schwankungen bei Wohnimmobilienpreisen auf. Insbesondere in den Jahren der Finanzkrise hat die deutsche Immobilienbranche nachweislich stabilisierend gewirkt. In Anbetracht der engen gesamtwirtschaftlichen Verzahnung der Immobilienwirtschaft gewinnt diese Stabilität in Krisenzeiten eine außergewöhnliche Bedeutung.

Ein Grund hierfür ist das System der Immobilienfinanzierung in Deutschland. Festzinsen und hohe Eigenkapitalquoten sorgen dafür, dass die Immobilienpreise im Vergleich zu anderen Ländern weniger auf kurzfristige Zinsänderungen reagieren. Geprägt wird das deutsche Immobilienfinanzierungssystem auch durch den Pfandbrief. Der Pfandbrief gilt als außerordentlich sicheres Wertpapier und legt die Grundlage für langfristige Finanzierungen.

Darüber hinaus verfügt Deutschland über einen sehr großen und gut funktionierenden Mietwohnungsmarkt. Im Gegensatz zu Großbritannien oder den USA gibt es in Deutschland keinen Subprime-Markt, weil hierzulande Haushalte mit finanziellen Problemen keine teuren Kredite in Anspruch nehmen müssen, um sich ihre Wohnwünsche erfüllen zu können. Sie finden auf dem Mietwohnungsmarkt attraktive Alternativen zum Eigenheim.

 

Die Schlüsselrolle der Immobilienbranche für die EU

Aber auch auf europäischer Ebene nimmt die Immobilienbranche eine besondere Stellung ein. Gemeinsam mit 29 anderen Verbänden aus der gesamten Wertschöpfungskette der europäischen Immobilienwirtschaft hat der ZIA die Größe und die Bedeutung dieses Sektors analysiert und festgestellt, dass dieser auch für die europäische Wirtschaft und Gesellschaft eine Schlüsselrolle einnimmt.

Die Bedeutung der Immobilienwirtschaft in Zahlen

Immobilienwirtschaft nach weiter Definition (zzgl. Architekten, Planer, Kreditgeber, Berater und Bauunternehmen)

Bruttowertschöpfung

619 Mrd. Euro (2020)

Anteil an Gesamtwertschöpfung

20 % (2020)

Anzahl Unternehmen

837.000 (2019)

Anteil an allen Unternehmen

25 % (2019)

Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

3,3 Mio. (2020)

Anteil an allen Beschäftigten

10 % (2020)

Anzahl weibliche sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

1 Mio. (2020)

Anzahl Auszubildende

120.000 (2019)

Anteil an allen Auszubildenden

10 % (2019)

Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge

49.000 (2019)

 

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Statistisches Bundesamt (analog zu: IW Köln, IRE|BS Regensburg (2017): Wirtschaftsfaktor Immobilien)

 

 

Immobilienwirtschaft nach enger Definition (Vermittlung, Verwaltung, Handel und Vermietung) 

Bruttowertschöpfung

334 Mrd. Euro (2020)

Anteil an Gesamtwertschöpfung

11 % (2020)

Anzahl Unternehmen

316.000 (2019)

Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

283.000 (2020)

Anzahl weibliche sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

144.000 (2020)

Anzahl Auszubildende

7.900 (2019)

Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge

3.100 (2019)

 

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Statistisches Bundesamt

 

Immobilienvermögen

Nettoanlagevermögen der Bauten

9,4 Bio. Euro (2019)

–        Nettoanlagevermögen der Wohnbauten

5,7 Bio. Euro (2019)

–        Nettoanlagevermögen der Nichtwohnbauten

3,6 Bio. Euro (2019)

Immobilienvermögen inklusive Grund und Boden

14,0 Bio. Euro (2019)

 

Quelle: Statistisches Bundesamt

 

Inländische Immobilienfonds: Immobiliensachvermögen in Deutschland

Offene Publikumsfonds

31,4 Mrd. Euro (2020)

Offene Spezialfonds

90,1 Mrd. Euro (2020)

Geschlossene Investmentfonds

22,2 Mrd. Euro (2020)

Gesamt

143,7 Mrd. Euro (2020)

 

Quelle: Bundesbank

 

Immobilienvermögen deutscher Altersvorsorgeeinrichtungen und Versicherungen

Altersvorsorgeeinrichtungen

66,9 Mrd. Euro (2020)

–        Immobilienfonds

50 Mrd. Euro (2020)

–        Sachvermögen

16,9 Mrd. Euro (2019)

Versicherungen

75,2 Mrd. Euro (2020)

–        Immobilienfonds

44,9 Mrd. Euro (2020)

–        Sachvermögen

30,3 Mrd. Euro (2019)

Gesamt

142,1 Mrd. Euro (2020)

 

Quellen: BaFin, Bundesbank, eigene Berechnungen

Bauvolumen

 

Wohnimmobilien

255,1 Mrd. Euro (2020)

–        Neubau

79,5 Mrd. Euro (2020)

–        Bauleistungen an bestehenden Gebäuden

175,6 Mrd. Euro (2020)

Nichtwohnimmobilien

111,6 Mrd. Euro (2020)

–        Neubau

45,6 Mrd. Euro (2020)

–        Bauleistungen an bestehenden Gebäuden

66,0 Mrd. Euro (2020)

 

Quelle: DIW Bauvolumensrechnung

 

Transaktionsvolumen in Mrd. Euro

2019

2020

Bebaute Grundstücke

269 (2018)

 

Wirtschaftsimmobilien

72,6

59,6

–        Büro

39,9

25,1

–        Einzelhandel

11,5

11,2

–        Hotel

5,0

2,3

–        Logistik

7,1

9,3

–        Unternehmensimmobilien

3,1

2,1

Wohnimmobilien

16,3 – 20,0

19,7 – 21,7

 

Quellen: Gutachterausschüsse: Immobilienmarktbericht Deutschland 2019, ZIA Frühjahrsgutachten 2020, 2021, Spannbreite basierend auf Angaben von CBRE, JLL und Savills.

 

 

Mietaufkommen

 

Wohnungsmiete (nettokalt)

122 Mrd. Euro (2019)

Wohnungsmiete (bruttowarm)

161 Mrd. Euro (2019)

Gewerbemiete (nettokalt)

130 Mrd. Euro (2019)

 

Quellen: bulwiengesa (Berechnung auf Basis Vermögensbilanzen 2019), empirica (Berechnungen auf Basis Mikrozensus 2018)

 

Darlehensauszahlungen (Bau, Erwerb und Bauleistungen)

Wohnimmobilien

245 Mrd. Euro (2019)

–        Neubau

66,9 Mrd. Euro (2019)

–        Erwerb inkl. Bauleistungen

160,2 Mrd. Euro (2019)

Wirtschaftsimmobilien

73,1 Mrd. Euro (2019)

 

Quelle: vdp

 

Kreditbestand von Banken in Deutschland

Wohnungsbaukredite

1.265 Mrd. Euro (2020 Q3)

Kredite für gewerbliche Immobilien

397 Mrd. Euro (2020 Q3)

 

Quelle: Bundesbank

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Kontakt

Dr. Michael Hellwig

Referent Marktbeobachtung und -forschung
Downloads
Bedeutung der Immobilienwirtschaft in Zahlen (Stand 3.5.2021) [PDF | 113 KB]
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Wirtschaftsfaktor Immobilien 2017 [PDF | 3,97 MB]
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Factsheet – Bedeutung des Immobiliensektors in der EU (2016) [PDF | 966 KB]
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Factsheet – Bedeutung des Immobiliensektors in der EU (2016) (englisch) [PDF | 695 KB]
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