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Finance Day 2025 | Denkwürdige Zeiten, vielfältige Perspektiven

Von ökonomischen Herausforderungen über politische Weichenstellungen bis hin zu Chancen durch Digitalisierung und KI – der Finance Day 2025 zeigte, wie die Immobilien-Finanzierungsbranche als Möglichmacher die Transformation aktiv gestaltet.

„Wir befinden uns in denkwürdigen Zeiten“ – mit diesen Worten eröffnet ZIA-Vizepräsident Jochen Schenk den Finance Day 2025 im vollbesetzten Tipi am Kanzleramt in Berlin. Gleich zu Beginn war klar: Die Branche steht vor großen Herausforderungen, aber auch vor entscheidenden Weichenstellungen. Der Tag versprach ökonomische Analysen, politische Impulse und zukunftsweisende Diskussionen. Diese Versprechen wurden eingehalten.

Ein Weckruf zum Auftakt

Direkt im Anschluss zeichnete Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-DiBa, den ökonomischen Rahmen. Sein Ausblick machte deutlich: Die deutsche Wirtschaft leidet unter strukturellen Problemen. „Wir haben Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt“, so Brzeski. Deutschland müsse dringend handeln, um im internationalen Vergleich nicht weiter zurückzufallen.

Regulierung ohne Schwarz-Weiß-Denken

Die politische Keynote von Prof. Dr. h.c. mult. Roland Koch knüpfte nahtlos daran an. Sein Credo: „Ganz ohne Regeln geht es nicht.“ Regulierung sei notwendig, dürfe aber nicht überbordend sein. Entscheidend sei die Frage: „Was genau will ich eigentlich regeln?“. Sein Plädoyer: Gezielte Regulierung, statt breiter Regulierung. .

Im anschließenden Panel mit der Multi-Aufsichtsrätin und ehemaligen Vorsitzenden des Sustainable-Finance-Beirats der Bundesregierung, Silke Stremlau, wurde dieses Spannungsfeld vertieft. „Wir müssen uns davor hüten, in eine Schwarz-Weiß-Diskussion zu rutschen“, betonte sie. Das Ergebnis muss eine „gute“ und „effektive“ Regulierung sein. Und das bedeute manchmal auch, mit einem weißen Blatt Papier anzufangen.

 Finanzierung der Transformation

In einem Impuls von Rupert Schaefer, Exekutivdirektor der BaFin wurde den Teilnehmenden die aufsichtsbehördliche Sicht nähergebracht. „Wir sind nicht perfekt im Plan, es gibt aber durchaus Fortschritte“, sagte er und verwies auf das weiterhin bestehende Interesse von Verbraucher(innen) an ESG-Anlagen. Gleichzeitig herrsche jedoch Unsicherheit und Frustration über bestehende ESG-Produkte. Der Wunsch nach mehr Sicherheit sei groß.

Im Panel mit Katharina Beck MdB (Bündnis 90/Die Grünen) und Sascha Klaus (Berlin Hyp) wurde diese Debatte praxisnah vertieft. Beck mahnte: „Im Kanon von bauen, bauen, bauen wünsche ich mir auch einen Kanon sanieren, sanieren, sanieren.“ Klaus ergänzte: Ohne Infrastruktur ließen sich die Ziele weder durch Bauen noch durch Sanieren erreichen.

Wirtschaft braucht Planungssicherheit

Michael Schrodi, MdB, und Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium (SPD) stellte in seiner Keynote klar: „Wirtschaft braucht Planungssicherheit.“ Dafür brauche es einen gut ausgestatteten Staat – und die Mobilisierung von privatem Kapital. Steuerpolitische Anreize wie schnelle Abschreibungen seien essenziell: „Jeder Euro muss richtig eingesetzt werden.“

Schrodi betonte zudem, dass ein starkes Deutschland nur mit einer wettbewerbsfähigen Europäischen Union möglich sei. Bürokratische Hürden müssten drastisch reduziert werden und stellte in Aussicht, privates Kapital auch mit staatlichen Anreizen hebeln zu wollen.

Chancen von Sachwertinvestitionen

Im Panel mit Ludger Wibbeke (HANSAINVEST), Michael Kohl (KGAL) und Sonja Knorr (Scope Fund Analysis) stand anschließend die Frage im Mittelpunkt, welche Chancen Private Markets für den Wirtschaftsstandort Deutschland bieten. Deutlich wurde: Sachwertinvestitionen sind ein zentraler Baustein, um Kapital für die Transformation zu mobilisieren.

Digitalisierung und KI – ein Blick nach vorn

„Die Veränderung, die läuft schon lange“, sagte Christoph Holzmann (Union Investment Real Estate) in seinem Impuls zur KI und Digitalisierung. Vor allem Künstliche Intelligenz biete Potenziale, die noch nicht ausgeschöpft seien. Häufig scheitere es nicht an der Technologie, sondern an unklaren Strategien.

Im Panel mit Dominique Hügli (Loanbox), Dr. Jens Prinzhorn (Aleph Alpha) und Gesa Wilms (Deka Immobilien Investment) wurde KI kontrovers diskutiert. Prinzhorn stellte klar: „Die Reise beginnt nicht erst, die hat schon begonnen.“ Wilms betonte: KI sei kein kurzfristiger Hype, sondern eine fundamentale Veränderung – ihr Appell: „Einfach dran machen!“

Fazit: Ein Tag der Vielschichtigkeit

Jochen Schenk fasste den Tag so zusammen: “Von ökonomischen Entwicklungen über Fragen der Regulierung bis hin zu Chancen und Risiken durch KI hat der Finance Day gezeigt, wie vielschichtig die Herausforderungen der Immobilienfinanzierung sind. Die Immobilien-Finanzierungs-Branche ist ein Möglichmacher in den heutigen Zeiten. Lasst es uns tun!“.  Das gab er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit auf den Weg.

Schenk betonte, es gelte nun die Impulse mitzunehmen und gemeinsam in die Umsetzung zu gehen. Denn die Branche stehe bereit.

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Fotos: ZIA/Vincent Grätsch

 

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