Immobilienunternehmen wenden weiterhin signifikante Budgets für Digitalisierungsmaßnahmen auf und immer mehr Unternehmen befinden sich in fortgeschrittenen Phasen der digitalen Transformation. Über 90 Prozent der Unternehmen wollen ihre Investitionen in Digitalisierung entweder auf gleichem Niveau halten (41 Prozent) oder sogar aufstocken (51 Prozent).
„Der Fortschritt stockt nicht! Es ist ein starkes Zeichen, dass die Immobilienbranche trotz multipler Krisen weiter in großem Maßstab in Digitalisierung investiert und plant, die Investitionen in Zukunft weiter auszubauen.Die Unternehmen der Immobilienbranche lassen sich durch kurzfristige Ereignisse nicht von ihrem langfristigen Kurs abbringen.“
Aygül Özkan ZIA-Hauptgeschäftsführerin
Kernergebnisse
Digitalisierungsstudie 2023
Immobilienunternehmen investieren trotz Krise in Digitalisierung
Mangelnde Datenqualität bleibt größte Herausforderung
Große Mehrheit hält digitale Lösungen auch beim Klimaschutz für erfolgversprechend
Verbesserung der internen Prozesse steht im Investitionsfokus
Über 90 Prozent der befragten Unternehmen planen, ihre Investitionen in Digitalisierung auf dem aktuellen Niveau zu halten oder sogar auszubauen. Digitalisierung wird dabei zunehmend als strategischer Lösungsansatz und weniger als Kostenfaktor betrachtet. Gleichzeitig erkennen viele Unternehmen die entscheidende Bedeutung digitaler Technologien für die Bewältigung zentraler Zukunftsaufgaben wie Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Fachkräftemangel und steigende regulatorische Anforderungen.
Datenqualität und Nachhaltigkeit als zentrale Handlungsfelder
Trotz der hohen Investitionsbereitschaft bleiben mangelnde Datenqualität, intransparente Datenstrukturen und fehlende personelle Ressourcen die größten Herausforderungen. Entsprechend konzentrieren sich die Unternehmen vor allem auf den Ausbau interner digitaler Infrastrukturen, Systeme und Kompetenzen. Gleichzeitig wird Digitalisierung als wichtiger Hebel zur Erreichung von Nachhaltigkeits- und ESG-Zielen gesehen. Besonders großes Potenzial erkennen die Befragten bei Energieeffizienz, Klimaschutz, Reporting, Compliance sowie der Verbesserung von Nutzerkomfort, Gesundheit und Sicherheit. Insgesamt unterstreicht die Studie, dass Digitalisierung für die Immobilienwirtschaft ein entscheidender Erfolgsfaktor zur Bewältigung wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Herausforderungen bleibt.
Interner Investitionsfokus – Potenzial für Reporting
Bei den Investitionsschwerpunkten zeigt sich eine Fokussierung auf interne Zwecke: 84 Prozent der Immobilienunternehmen gaben an, überwiegend in die interne Infrastruktur zu investieren, 56 Prozent implementieren interne digitale Systeme.
Außerdem investieren die befragten Unternehmen schwerpunktmäßig in den Aufbau und die Stärkung interner Kompetenzen. Dabei stellen sie eher auf Fortbildung (14 Prozent) als auf Outsourcing (3 Prozent) ab. Externe Investitionen liegen hingegen auf deutlich niedrigerem Niveau und richten sich vor allem auf direkte Beteiligungen an PropTechs und die Inanspruchnahme von Beratungsdienstleistungen.
„Die starke Fokussierung auf interne digitale Infrastrukturen und Systeme lässt sich als Reaktion auf die als sehr problematisch empfundene Datenverfügbarkeit und -qualität verstehen“, sagt Hellmuth. „Während zuvor vielleicht noch neue Geschäftsmodelle oder Technologien gelockt haben, geht es jetzt um die Grundlagen, mit denen sich Einspar-, Effizienz- und Optimierungspotenziale heben lassen.“
Die größten Unterstützungspotenziale durch Digitalisierung sehen fast alle Immobilienunternehmen (96 Prozent) in der Erfüllung von Reporting-Anforderungen sowie als Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit (90 Prozent). 81 Prozent erkennen Potenzial im Umgang mit Kostensteigerungen, 79 Prozent der befragten Unternehmen sehen die Digitalisierung als Hilfe, um den Fachkräftemangel, und 76 Prozent, um die Herausforderungen des Klimawandels zu meistern.
Digitalisierung zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen unabdingbar
85 Prozent der Befragungsteilnehmer gehen davon aus, dass die digitale Transformation die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele verbessert. Dabei identifizieren sie Potenziale aus allen drei Bereichen des ESG-Spektrums.
90 Prozent erkennen Potenzial für Energiesuffizienz – Energieeinsparung, nachhaltige Ressourcennutzung – durch Digitalisierung. Auch beim Klimaschutz hält eine deutliche Mehrheit von 91 Prozent den Einsatz digitaler Lösungen für erfolgversprechend, so etwa bei der Emissionsmessung und -einsparung.
Im Bereich des Sozialen sehen viele Unternehmen (92 Prozent) besonderes Potenzial digitaler Lösungen bei ihren Mitarbeitenden, aber auch für diejenigen, die die Immobilien nutzen, etwa beim Nutzerkomfort (85 Prozent), der Gesundheit (83 Prozent) und der Sicherheit (76 Prozent).
Analog zu den vorhergehenden Ergebnissen wird auch bezüglich der Governance-Kriterien das Potenzial der Digitalisierung für das Reporting fast einhellig (97 Prozent) bestätigt. Darüber hinaus sieht ein großer Teil der Befragten Potenzial durch Digitalisierung für steuerliche Funktionen (90 Prozent) und die Compliance (80 Prozent).