Seit 2023 sinken die Neubauzahlen in Deutschland kontinuierlich. Während in den Jahren 2021 bis 2023 jeweils rund 294.000 Wohnungen fertiggestellt wurden, brach die Zahl der Baufertigstellungen 2024 auf nur noch 251.900 Wohnungen ein. Damit wurden innerhalb eines Jahres 14,4 Prozent weniger Wohnungen realisiert.
Fertigstellungen seit 2023
294.400
2023
In 2023 wurden noch 294.400 Wohnungen fertiggestellt.
251.900
2024
14,4 Prozent weniger als im Vorjahr
206.600
2025
„2025 haben wir einen Tiefpunkt bei den Baufertigstellungen erreicht. Wir haben den niedrigsten Wert seit 2012."
Iris Schöberl ZIA-Präsidentin
Die Ursachen für den Rückgang der Baufertigstellungen sind vielschichtig. Steigende Baukosten, höhere Finanzierungszinsen, verschärfte regulatorische Anforderungen und rückläufige Baugenehmigungen haben das Investitionsklima im Wohnungsbau erheblich belastet. Viele Projekte wurden verschoben, verkleinert oder ganz aufgegeben. Gleichzeitig schmilzt der Bestand bereits genehmigter Vorhaben, der in den vergangenen Jahren noch für stabile Fertigstellungszahlen gesorgt hatte. Die Folgen sind inzwischen deutlich sichtbar: Der Wohnungsneubau bleibt spürbar hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück, insbesondere in den wachsenden Ballungsräumen und Metropolregionen.
Weniger Neubau, mehr Wohnraummangel: Der Handlungsdruck wächst.
Der Abwärtstrend setzt sich fort, im Jahr 2025 wurden bundesweit nur noch rund 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Für den Wohnungsmarkt bedeutet dies eine weitere Verknappung des Angebots, steigenden Druck auf Mieten und eine wachsende Herausforderung für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Um die Zahl der Baufertigstellungen wieder zu erhöhen, braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen, schnellere Genehmigungsverfahren, weniger bürokratische Hürden und bessere Investitionsanreize für private und institutionelle Bauherren.
Neustart Wohnungsbau: Bau-Turbo II gefordert
Der gemeinsame Verbändeappell für einen Bau-Turbo II zum Download.