Immobilienunternehmen wenden weiterhin signifikante Budgets für Digitalisierungsmaßnahmen auf und immer mehr Unternehmen befinden sich in fortgeschrittenen Phasen der digitalen Transformation. Über 90 Prozent der Unternehmen wollen ihre Investitionen in Digitalisierung entweder auf gleichem Niveau halten (41 Prozent) oder sogar aufstocken (51 Prozent).
„Die Digitalisierungsstudie zeigt: Dieses Schlüsselthema der Transformation ist auf breiter Front in der Immobilienwirtschaft angekommen. Digitalisierung hat für die Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer buchstäblich einen hohen Wert. Umso schmerzhafter ist es da, dass sie Mängel bei der Datenqualität und der Datentransparenz als Fortschrittsbremse erleben. Manche Hürden, die echter Vernetzung im Wege stehen, sind geradezu chronisch. Deshalb ist es entscheidend, dass den vielversprechenden Zusagen der Bundesregierung in der neuen Digitalstrategie jetzt ohne Verzögerung Taten folgen.“
Aygül Özkan ZIA-Hauptgeschäftsführerin
Kernergebnisse
Digitalisierungsstudie 2022
Die Immobilienwirtschaft legt bei der Digitalisierung zu Digitale Quartiere als großes Chancenfeld der Zukunft
Digitalisierung wird in Unternehmen der Immobilienwirtschaft immer stärker gewichtet – auch finanziell
Unbefriedigende Datenqualität und bestehende Datensilos bremsen den Fortschritt
Branche sieht steigende Gefahren durch Cyberangriffe, fühlt sich aber gut gewappnet
Mit 55 Prozent verortet mehr als die Hälfte der Befragten ihr Unternehmen mittlerweile in einer der fortgeschrittenen Phasen der Digitalisierung: 47 Prozent in der Etablierungsphase, acht Prozent in der Reifephase der digitalen Exzellenz. Im vorigen Jahr sahen sich 49 Prozent der Befragten in diesen Reifegraden. Die Anzahl der Unternehmen, die mehr als 20 Prozent ihres Umsatzes in die Transformation investieren, hat sich seit dem Vorjahr mehr als verdreifacht – von drei auf nun zehn Prozent. Zugleich zeigt sich, dass unzureichende Datenqualität und weiter herrschende Datenintransparenz von über zwei Drittel der Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer (67 Prozent) als Manko wahrgenommen werden. 2021 reklamierten 65 Prozent hier Defizite.
Digitale Quartiere als Chancenfeld der Zukunft
Schwerpunktthema der diesjährigen Digitalisierungsstudie ist das digitale Quartier. Eine überwältigende Mehrheit (über 92 Prozent) der Befragten erwartet vom digitalen Quartier Antworten auf aktuelle Schlüsselaufgaben wie lebenswerte Innenstädte, Klimaschutz und Mobilitätswende (92 Prozent). Smart Metering, E-Mobilität und das digitale Mieterportal gelten dabei als wichtige Instrumente. Eine deutliche Divergenz zeigt sich hier zwischen den ausgemachten Chancen des digitalen Quartiers und der Investitionsbereitschaft: 80 Prozent attestieren eine zu geringe Investitionsbereitschaft. Auch eine lückenhafte IT-Infrastruktur (79 Prozent) und zu gering ausgeprägte Kooperationsbereitschaft zwischen verschiedenen Anbietern im digitalen Quartier (73 Prozent) werden als wichtige Herausforderungen ausgemacht.
„Während die Zustimmungswerte zum digitalen Quartier sehr hoch sind, insbesondere zu einzelnen Funktionalitäten, hapert es auch hier noch an der Bereitschaft, Daten zu teilen.”