6. Digitalisierungsstudie von EY und ZIA: Erfolgsfaktor Automatisierung
Digitalisierungsstudie 2021 zum DownloadDie Automatisierung durch digitale Technologie sichert langfristig die Existenz von Unternehmen in der Immobilienwirtschaft, das sagen mehr als 90 Prozent der Befragten im Rahmen der aktuellen Digitalisierungsstudie von EY Real Estate und dem Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA), dem Spitzenverband der Immobilienwirtschaft.
Der Aussage, dass der sich immer weiter verschärfende Fachkräftemangel zumindest teilweise durch Automatisierung ausgeglichen werden kann, stimmt rund die Hälfte der Befragten zu. Zudem sind sich die Studienteilnehmer weitgehend einig, dass sich Mitarbeitende dank Automatisierung vermehrt wertschöpfenden Aufgaben und Tätigkeiten widmen können.
„Angesichts des demografischen Wandels und des sich absehbar verschärfenden Fachkräftemangels kommt der Automatisierung für Immobilienunternehmen eine Schlüsselrolle zu. Sie muss künftig mehr als Chance denn als Gefahr für Geschäftsmodelle und Arbeitsplätze gelten. Nicht zuletzt auch die zwingend notwendige Transformation der Branche im Hinblick auf Nachhaltigkeitsthemen und konstant steigende regulatorische Anforderungen erfordert eine digital gestützte Automatisierung der Unternehmensabläufe.“
Christian Schulz-Wulkow
Managing Partner EY Real Estate
Kernergebnisse
Digitalisierungsstudie 2021
Immobilienwirtschaft birgt immenses Automatisierungspotenzial
Besonders hoch schätzen die Befragten das Automatisierungspotenzial im Bereich der Rechnungsverarbeitung (78 Prozent) und der Verwaltung des Zahlungsverkehrs (69 Prozent) ein. Ebenfalls vielversprechende Automatisierungsmöglichkeiten sehen sie in der Datenübertragung zwischen Systemen (67 Prozent), dem Reporting (62 Prozent), dem Controlling (55 Prozent) und der Dokumentenanalyse (54 Prozent). Weiteres Potenzial liegt nach den Ergebnissen der Studie in der Mieterkommunikation (24 Prozent), der Bewertung (22 Prozent), der Vermarktung (19 Prozent) und Predictive Maintenance (16 Prozent). Das geringste Automatisierungspotenzial wird im Bereich der Bauausführung gesehen (4 Prozent).
Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie ist die Stabilisierung der Investitionen in Digitalisierungsmaßnahmen. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen investiert zwischen 1 und 5 Prozent ihres Umsatzes in die digitale Transformation. Damit setzt sich der deutliche Anstieg der Investitionen aus den Vorjahren zunächst nicht weiter fort. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Branche einen höheren Reifegrad in ihrer Digitalisierung erreicht hat. Dennoch bestehen weiterhin erhebliche Potenziale bei der Automatisierung von Prozessen. So liegt bei rund 40 Prozent der Unternehmen der Anteil bereits automatisierter Prozesse bei höchstens 10 Prozent, was auf einen weiterhin hohen Handlungsbedarf und erhebliche Effizienzpotenziale schließen lässt. Ziel bleibt es, den Automatisierungsgrad in der Breite der Branche weiter zu erhöhen und bestehende digitale Möglichkeiten stärker auszuschöpfen.“
Weitere Ergebnisse der Studie zusammengefasst
- Das größte Digitalisierungspotenzial wird mit jeweils 17 Prozent in den Gebieten Property Management und Energiedienstleistungen gesehen. Beide Bereiche hatten noch im Vorjahr nur einstellige Zustimmungsraten erreicht.
- Nachhaltigkeit ist aus Sicht der Befragten ein besonders starker Treiber für die digitale Transformation: 97 Prozent von ihnen stimmten der Aussage zu, dass Datentransparenz die Chancen erhöhe, ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in das Geschäft zu integrieren. Zudem herrscht Einigkeit darüber, dass digitale Technologien und Anwendungen (96 Prozent) sowie Daten und deren Auswertung (95 Prozent) der Schlüssel für ein professionelles ESG-Management sind.
- Ein Drittel der Befragten stimmt der Aussage zu, dass die Corona-Pandemie als Treiber der Digitalisierung ihres Unternehmens wirkt. Rund 70 Prozent der Befragten gaben zudem an, dass die Pandemie zum Anlass genommen wurde, sich stärker mit der Digitalisierung im Unternehmen auseinanderzusetzen.