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Zahlen, Daten, Fakten: Unternehmensimmobilien

Unternehmensimmobilien sind Wirtschaftsimmobilien, die international auch unter dem Begriff „Light Industrial“ bekannt sind. Als betrieblich notwendige Einrichtung spielen sie seit der Gründerzeit eine enorme Rolle. Ohne diese Immobilien wäre die Entwicklung Deutschlands zum Industriestandort mit der aktuellen Bedeutung nicht möglich gewesen. Die Entwicklung auf dem Markt für Unternehmensimmobilien wird jährlich im Rahmen des Frühjahrsgutachtens analysiert. Lesen Sie hier die Zusammenfassung für die Ausgabe 2022.

Der Markt für Unternehmensimmobilien ist noch ein relativ junger Markt. Dies zumindest, sofern er als Assetklasse verstanden wird. Unternehmensimmobilien grenzen sich durch ihre Größe, ihre Lage- und Strukturparameter sowie durch den Mieter- bzw. Nutzerbesatz von Logistikimmobilien ab. Immobilieneigentum großer Industrieunternehmen ist zwar in der Struktur vergleichbar, wird aber im Wesentlichen durch den Begriff Corporate Real Estate umschrieben, sofern es sich nicht um typische Objekte der Schwerindustrie (z.B. Stahlwerke, Raffinerien etc.) handelt.

Die Aktivitäten auf dem Investmentmarkt erreichten im ersten Halbjahr 2021 nach einem Anstieg von 87% im Vergleich zum Halbjahr davor mit rund 2,9 Mrd. Euro Investmentvolumen eine neue Rekordmarke. Transformationsimmobilien hatten daran den größten Anteil. Mit fast 1,2 Mrd. Euro erreichten diese fast 40% des gesamten Transaktionsvolumens. Auch Lager- und Produktionsimmobilien verzeichneten im gleichen Zeitraum deutliche Zuwächse auf 350 Mio. Euro (+48%) und 922 Mio. Euro (+68%). Bei Gewerbeparks ging das Transaktionsvolumen dagegen aufgrund der Angebotsknappheit um 23% auf 490 Mio. Euro zurück.

Der Nachfrageüberhang ließ auch die Mieten weiter steigen. Die Durchschnittsmieten für Büroflächen in Unternehmensimmobilien lagen 2021 bei 10,20 Euro/m² (2020: 9,95 Euro/m²), Flex Spaces verteuerten sich leicht auf 8,30 Euro/m² (2020: 8,15 Euro/m²), für Produktionsflächen wurden zuletzt durchschnittlich 9,20 Euro/m² (2020: 9,10 Euro/m²) aufgerufen und Lagerflächen der Größenklasse 100 bis 500 m² kosteten 5,70 Euro/m² (2020: 5,60 Euro/m²).

Ausblick

Unternehmensimmobilien sind vielfältig in ihren Nutzungsmöglichkeiten, ver­einen dabei elementare Erfordernisse der Logistik auf der letzten Meile und kön­nen einen entscheidenden Beitrag zur Transformation der Produktions- und Dienstleistungsgesellschaft beitragen. Ein weiterer starker Faktor in der Bewer­tung von Unternehmensimmobilien und ihrer zukünftigen Entwicklung liegt in dem Umstand begründet, dass sich Unternehmensimmobilien im Bestand zumeist in zentralen, urbanen Lagen befinden und gut erschlossen sind.

Durch ihre Flächenflexibilität und hohe Drittverwendungsfähigkeit können Unternehmensimmobilien in besonderem Maße auf sich wandelnde Flächenanforderungen der Wirtschaft reagieren. Beispielsweise kann eine Halle, welche als Erstnutzer ein Handelsunternehmen bzw. die Lagerung von bereits produzierten Gütern beheimatete, in zweiter Instanz ebenfalls die Anforderungen eines produzierenden Unternehmens erfüllen. Wo zuvor die Nähe zum direkten Absatzmarkt durch die städtische und gut angebundene Lage erfüllt wurde, kann aus Sicht des Produktionsunternehmens die Nähe zu gut ausgebildeten Fachkräften die Standortentscheidung positiv beeinflussen. In beiden Fällen werden die Objektanforderungen der Nutzer durch die Immobilie erfüllt. Eine hohe Bodentraglast der Unternehmensimmobilie ermöglicht gleichermaßen das problemlose Nutzen von Lagerregalen oder auch die Platzierung von schwe­ren Maschinen für die additive Fertigung.

Unternehmensimmobilien und Gewerbeparks im Speziellen können durch ihre inhärente Multi-Tenant-Struktur eine Vielzahl von einzelnen Mietern beherber­gen. Flächeneinheiten zwischen 200 und 800 m² können des Weiteren zusam­mengeschlossen und als Verbund betrieben werden, um beispielsweise Start-ups und Logistikdienstleister mit variablen Flächenanforderungen ansprechen zu können. Gerade hier liegen die Vorteile, welche in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen werden: flexible Flächenlösungen für die Zustellung auf der letzten Meile.

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